„Lasst uns ihn holen!“ Die Ehefrau hatte es satt, ständig von „Verzögerungen bei der Arbeit“ zu hören, und beschloss, selbst herauszufinden, wo ihr Mann seine Abende verbrachte.

– Vielleicht sollten wir das nicht tun?

Vermietung von Wohnungen

Veronica drückte die Türklingel.

Draußen vor der Tür verstummte die Musik. Schritte waren zu hören. Das Schloss klickte. Eine etwa fünfunddreißigjährige Frau erschien auf der Schwelle, blond und in einem Hosenanzug. Um ihren Hals glitzerte eine Kette, die Veronica sofort erkannte. Sie hatte sie selbst als Geschenk für Kirill zum Jahrestag ausgesucht, doch dann hatte er gesagt, sie sei kaputtgegangen und verloren gegangen.

Die Frau lächelte unsicher.

Mensch und Gesellschaft

— Wen wirst du treffen?

Veronica blickte über die Schulter.

— An meinen Ehemann.

Das Lächeln der Frau verschwand.

Kirill kam mit zwei Tellern aus dem Zimmer. Als er Veronica sah, blieb er so abrupt stehen, dass einer der Teller gegen den Türrahmen knallte. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich blitzschnell: Zufriedenheit, Angst, Wut, der Versuch, eine Erklärung zu finden.

– Nika? Was machst du denn hier?

Geschenkartikel

— Ich beobachte, wie das Treffen verläuft.

Mensch und Gesellschaft

Die Frau an der Schwelle wandte sich an Kirill.

– Was, Nika?

Veronica machte einen Schritt nach vorn.

– Veronica. Seine Frau.

Es wurde still in der Wohnung. Selbst die Musik, die erst vor einer Minute ausgeschaltet worden war, schien noch wie ein unangenehmer Nachgeschmack in der Luft zu liegen.

Die blonde Frau wich langsam von der Tür zurück. Nun konnte Veronica den Raum überblicken: Auf dem Tisch lag ein Blumenstrauß, daneben eine Schachtel Pralinen, zwei  Tassen und ein geöffneter Laptop. Auf dem Bildschirm war eine Website mit Wohnungsangeboten zu sehen.

Immobilien

„Kirill“, sagte die Frau mit anderer Stimme, trocken und misstrauisch. „Du sagtest, du seist geschieden.“

Veronica lachte kurz auf.

– Interessant. Er sagte mir, er würde länger im Büro bleiben.

Kirill stellte die Teller auf den nächsten Schrank und ging hinaus in den Flur, wobei er versuchte, die Tür hinter sich zu schließen.

– Nika, lass uns rausgehen und reden.

– Nein. Lass uns jetzt hier reden. Vor Zeugen.

Vermietung von Wohnungen

– Mach kein Theater daraus.

— Du hast einen Zirkus veranstaltet, als du einen Blumenstrauß aus der gewöhnlichen Karte gekauft und dann einen freien Mann gespielt hast.

Die Frau erbleichte.

— Von einer gewöhnlichen Karte?

Galina stand etwas zur Seite und hielt das Handy so, dass die Aufnahme unauffällig war. Veronica bemerkte dies aus dem Augenwinkel und richtete sich etwas auf.

Türen und Fenster

„Wie heißen Sie?“, fragte sie die Frau.

– Svetlana.

– Swetlana, wusstest du, dass er verheiratet war?

Sie schüttelte den Kopf. Ihr Gesichtsausdruck hatte nicht den triumphierenden Blick einer Liebenden, die ihre Frau endlich wiedersieht. Ganz im Gegenteil: Es war, als wäre sie gerade in grelles Licht gerückt und gezwungen worden, den Schmutz an ihren eigenen Händen zu betrachten.

„Er sagte, er wohne bei seiner Mutter, während er sein Vermögen mit seiner Ex-Frau aufteile. Seine Frau habe ihn schon vor langer Zeit verlassen. Die Wohnung sei fast verkauft. Er werde bald das Geld für unsere neue Wohnung anzahlen.“

Blumen

Veronica wandte sich an Kirill.

– Unser neues?

Kirill zuckte mit dem Kinn.

– Sie hat alles falsch verstanden.

– Natürlich. Alle anderen haben es falsch gemacht, außer dir.

Svetlana ging schnell zum Laptop und drehte den Bildschirm zu Veronica.

Koch- und Essgeschirr

„Er wog seine Optionen ab. Er sagte, er würde einen Anteil bekommen, nachdem Sie Ihre Wohnung verkauft hätten. Dass Sie nur aus Gier zögerten.“

Leave a Comment