Mariana senkte den Blick.
„Iván, die Mädchen können dich hören.“
Er lachte trocken auf.
„Sollen sie es doch hören. Vielleicht merken sie dann, dass ihre Mutter nichts taugt.“
Lucía drückte die Hand ihrer Schwester.
Mariana holte tief Luft.
„Ich kann mich nicht entscheiden, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird.“
Der Schlag klang wie ein zerbrechender Teller.
Renata schrie auf.
Doña Rebeca erschien in der Küchentür.
„Weine nicht, Kind. Mach es nicht noch schlimmer.“
Iván packte Marianas Arm und zerrte sie ins Wohnzimmer. Er warf sie zu Boden, direkt vor das Esszimmer, wo alle saßen.
„Redest du immer noch mit mir?“
Der erste Tritt traf sie in die Rippen.
Der zweite in den Magen.
Mariana spürte, wie etwas in ihr zerbrach, als wäre ein unsichtbares Seil gerissen. Sie versuchte, sich zu bedecken, doch der Schmerz raubte ihr den Atem.
„Papa, hör auf!“, schrie Lucía.
Iván drehte sich um, seine Augen funkelten.
„Halt die Klappe!“
Renata weinte und klammerte sich an einen Stuhl.
Doña Rebeca sagte nur:
„Mariana, provozier sie nicht noch mehr.“
Dann folgte ein weiterer Tritt.
Mariana sah, wie sich die Decke drehte. Sie hörte ein surrendes Geräusch. Sie spürte, wie warmes Blut ihre Beine hinunterlief.
Bruno stand endlich auf.
„Iván, jetzt reicht’s, Mann.“
Aber es war zu spät.
Mariana fiel zur Seite, blass und regungslos, ihre Finger krallten sich in den Boden.
Iván erstarrte für einen Moment. Dann sah er das Blut, sah seine Mutter an, und seine Stimme veränderte sich.
„Bring mir die Schlüssel.“
Im Krankenhaus hielt Iván an seiner Lüge fest.
„Sie ist aus dem zweiten Stock gefallen, Doktor. Sie ist sehr ungeschickt. Ich habe sie so gefunden.“
Dr. Esteban Rivas betrachtete die alten Blutergüsse an Marianas Armen, ihre aufgeschlagene Lippe, die Spuren an ihrem Hals und das Blut.
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