COVID-19 als Aufdecker metabolischer Störungen
Der Wendepunkt in Dr. Schwelts Karriere kam während der COVID-19-Pandemie. Anders als er als Lungenfacharzt erwartet hatte, litten Patienten auf der Intensivstation nicht nur an Lungenerkrankungen, sondern auch an Stoffwechselstörungen wie Adipositas, Diabetes, Nierenversagen und Demenz. All diese Fälle hatten eines gemeinsam: eine mitochondriale Dysfunktion. Laut Dr. Schwelt verschlimmerte das SARS-CoV-2-Virus diese Dysfunktion, indem es den ACE2-Rezeptor, einen Bestandteil des mitochondrialen Antioxidationssystems, angriff.
Gleichzeitig zeigten klinische Daten, dass Patienten mit hohen Vitamin-D-Werten COVID-19 besser überstanden. Nahrungsergänzungsmittel verbesserten den Krankheitsverlauf jedoch nicht, sobald die Erkrankung ausgebrochen war. Der Grund? Laut Schwelt ist Vitamin D lediglich ein Indikator für Sonnenexposition. Der eigentliche Nutzen ergibt sich aus der solaren Infrarotstrahlung und ihren tiefgreifenden Stoffwechseleffekten auf die Zellen, nicht allein aus Vitamin D selbst.
Solide wissenschaftliche Daten
Eine brasilianische Studie untermauert diese Hypothese. Forscher entwickelten dort eine Jacke mit LEDs, die Infrarotlicht mit einer Wellenlänge von 940 Nanometern emittieren. Bei hospitalisierten COVID-19-Patienten verkürzte sie die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus von 12 auf 8 Tage. Ein Placebo-Effekt war ausgeschlossen: Die Patienten sahen und spürten das Licht nicht.
Weitere Studien weisen in dieselbe Richtung. In Schweden zeigte eine 20-jährige Nachbeobachtung von 20.000 Frauen, dass diejenigen, die häufig Sonnenlicht ausgesetzt waren, eine signifikant niedrigere Sterblichkeitsrate aufwiesen. Das Risiko unzureichender Sonnenexposition war vergleichbar mit dem des Rauchens. Eine Analyse der UK Biobank in England, durchgeführt von Dr. Richard Weller, zeigt, dass mehr Tageslicht die Gesamtsterblichkeit senkt, ohne die Melanomrate zu erhöhen.