Wider Erwarten verbesserte sich Henrys Zustand. Die Anzahl seiner weißen Blutkörperchen sank. Sein Sauerstoffbedarf verringerte sich. Fünf Tage später atmete er ohne Unterstützung. Eine Untersuchung zeigte eine 60- bis 70-prozentige Reduktion der Infektion in seiner rechten Lunge. Die Behandlung blieb unverändert. Die einzige Konstante: die Exposition gegenüber natürlichem Licht.
Der Vitamin-D-Mythos
Dieses scheinbare Wunder veranlasste Dr. Schwelt, eine tief verwurzelte Vorstellung zu hinterfragen: „Sonnenlicht ist gleichbedeutend mit Vitamin D.“ Tatsächlich verschleiert diese Gleichsetzung eine viel umfassendere Wahrheit. Sonnenlicht enthält ein breites Spektrum an Wellenlängen, darunter Infrarotstrahlung, die bis zu 8 Zentimeter tief in das Gewebe eindringen kann. Dieses Licht wirkt direkt auf die Mitochondrien, die zellulären Mikrostrukturen, die für die Energieproduktion verantwortlich sind. Bei Mitochondrienfunktionsstörungen entstehen chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz.
Infrarotlicht regt die Produktion von intrazellulärem Melatonin an, einem starken Antioxidans, das direkt in den Mitochondrien gebildet wird. Es handelt sich dabei nicht um das Melatonin, das im Schlaf wirkt, sondern um einen lokalen Schutz gegen oxidativen Stress, einen Prozess, der an der Zellalterung und zahlreichen Erkrankungen beteiligt ist.