Die Tür öffnete sich langsam. Türen und Fenster.
Einen Moment lang begriff ich nicht, was ich sah.
Marjorie saß kerzengerade da, an das Kopfende des Bettes gelehnt, in demselben hellen Nachthemd, das ich zwei Morgen zuvor gesehen hatte. Ein Tablett stand auf ihrem Schoß, doch die Suppenschüssel schien unberührt. Ihre Hände zitterten um ein gefaltetes Stück Papier.
Es roch leicht nach Desinfektionsmittel.
„Ariel?“, flüsterte sie.
Ich eilte zu ihr. „Marjorie, was ist passiert? Bist du verletzt?“
Ihre Augen füllten sich mit Tränen, doch sie schüttelte schnell den Kopf und blickte zum Flur.
„Du solltest nicht hier sein.“
Die Angst in ihrer Stimme ängstigte mich mehr als alles andere im Zimmer.
Ich sank auf die Bettkante. „Warum nicht?“ „Betten.“
„Weil Owen zurückkommen wird.“
„Dann lass ihn.“
Sie packte mein Handgelenk, und ihre Finger waren eiskalt. „Du verstehst das nicht.“
Bevor ich antworten konnte, öffnete sich die Haustür unten.
Marjorie erstarrte.
Schritte hallten im Flur wider.
„Ariel“, flehte sie. „Versteck dich bitte.“
Mein Instinkt sagte mir, ich solle die Polizei rufen, aber mein Handy lag unten auf der Küchentheke. Ich hatte es umgestoßen, als ich zu ihrer Stimme rannte.
Die Schritte erreichten die Treppe.
Ich ging hinter die Schlafzimmertür, gerade als Owen hereinkam.
Er blieb stehen, als er Marjorie aufrecht sitzen sah.
„Was machst du?“, fragte er.
Ihre Stimme war immer noch sanft, aber die Wärme, die ich einst darin gespürt hatte, war verschwunden.
„Ich hatte Durst“, antwortete Marjorie.
„Auf deinem Tisch steht Wasser.“
Owen ging hinüber und hob das unberührte Glas hoch. Da bemerkte er den Zettel in ihrer Hand.
„Gib ihn mir.“
Marjorie drückte ihn an ihre Brust.
„Nein.“
Ihr Gesichtsausdruck verhärtete sich.
„Marjorie.“
Ich trat hinter der Tür hervor. „Sie hat Nein gesagt.“ Türen und Fenster
Owen drehte sich um.
Zum ersten Mal seit ich ihn kannte, wirkte er wirklich aufgebracht.
„Was machst du in diesem Haus?“, fragte er.
„Ich habe einen Schlüssel.“
„Du musst gehen.“
„Du auch.“
Sein Gesichtsausdruck veränderte sich. Der höfliche Nachbar war verschwunden, und etwas Aggressives trat an seine Stelle.
„Du hast keine Ahnung, was hier los ist.“
„Dann erklär es mir.“
Marjorie begann leise zu weinen.
Owen sah sie an, und sein Zorn schien sich zu legen.
Er setzte sich auf die Stuhlkante am Fenster und rieb sich mit beiden Händen das Gesicht.