Ein paar Wochen vor dem 4. Juli rief er an, um mir – fast so, als wolle er mir einen Gefallen tun – mitzuteilen, dass sie auch am Memorial Day kommen würden.
—Annie, Schatz, wir kommen dich am Memorial Day besuchen. Die Kinder lieben deine Rippchen.
Natürlich liebten sie sie. Ich kaufte sie, marinierte sie, kochte sie und servierte sie. Danach saß Juliette gemütlich auf meiner Terrasse und erklärte mir alles, was ich ihrer Meinung nach falsch gemacht hatte.
Dieser Memorial Day war ein weiterer wahrer Marathon.
Kaum war sie eingetreten, begann Juliette, die Wohnzimmermöbel umzustellen, als wäre sie eine professionelle Inneneinrichterin.
—Das Sofa würde vor dem Fenster viel besser aussehen.
„Mir gefällt es so, wie es ist“, antwortete ich.
—Sei doch nicht albern, meine Liebe. Ich habe ein sehr gutes Auge für solche Dinge.
Schließlich änderte er die Anordnung komplett, sodass der Couchtisch den Flur fast vollständig blockierte. Dann betrachtete er sein Werk mit einem zufriedenen Lächeln.
Dann zeigte er auf den Garten.
—Und diese Rosen… die sollten Sie beschneiden. Sie sehen zu vernachlässigt aus.
Diese Rosen waren mein ganzer Stolz. Drei Jahre lang hatte ich sie gehegt und gepflegt. Aber für Juliette musste alles, was sie nicht beeinflussen konnte, in Ordnung gebracht werden.
Während sie mein Haus und meinen Garten kritisierte, stürmten Sarah und Kate die Küche mit Taschen, Bechern, Spielzeug, Feuchttüchern und Snacks, die sie gar nicht mitgebracht hatten. Ihre Kinder tobten wie ein Wirbelwind durchs Haus.
Der achtjährige Tyler hat Eis am Stiel-Saft auf meinen weißen Teppich verschüttet und geschrien und gefragt, wo die Toilette sei.
Seine Schwester Madison öffnete die Speisekammer und protestierte:
—Warum habt ihr nie leckere Snacks?
Die „guten Snacks“ waren die, die ich jedes Mal kaufte. Dieselben, die sie nie mitbrachten.
Vom Innenhof aus erhob Juliette erneut ihre Stimme.
—Annie! Das Fleisch sieht etwas trocken aus. Bist du sicher, dass du es nicht zu lange gebraten hast?
Ich lächelte. Denn Schreien wäre unhöflich gewesen.
Als sie an diesem Abend endlich gingen, hatten sie Lebensmittel im Wert von fast zweihundert Dollar verzehrt, überall im Garten Müll hinterlassen, klebrige Fußspuren im ganzen Haus und Saftkartons hinter dem Sofa versteckt.
Während Bryan mir beim Einräumen des Geschirrspülers half, sammelte ich Eisstiele von meinen Rosensträuchern.
—Schatz, deine Mutter hat die Couch schon wieder verschoben.
„Ich wollte doch nur helfen“, antwortete er mit einem schuldbewussten Gesichtsausdruck.
—Er aß außerdem wieder Lebensmittel im Wert von zweihundert Dollar.
Seufzen.
—Ich weiß. Ich werde mit ihr reden.
Aber wir wussten beide, dass er es wahrscheinlich nie tun würde. Bryan liebte mich, aber er hatte sein ganzes Leben lan